sojakerze vor weißen Hintergrund auf grünem Boden mit Titel.

Sojakerze vs. Paraffinkerze: Warum Soja die bessere Wahl ist

Sojakerze vs. Paraffinkerze: Warum wir uns klar für Soja entschieden haben

Wenn du dir das nächste Mal eine Kerze kaufst, dreh sie kurz um und schau auf die Rückseite. Du wirst überrascht sein, wie selten dort überhaupt steht, aus welchem Wachs sie eigentlich gemacht ist. Genau das ist das Problem: Der allergrößte Teil der Kerzen im deutschen Handel besteht aus Paraffin – einem Nebenprodukt der Erdölindustrie. Und das hat Folgen, sowohl für deine Raumluft als auch für die Umwelt.

In diesem Blog schauen wir uns an, wie sich Sojawachs und Paraffin wirklich unterscheiden, was beim Abbrennen passiert und warum wir uns bei unseren Sojakerzen ganz bewusst für Soja entschieden haben. 

Was ist eigentlich Paraffin?

Paraffin klingt erstmal harmlos – ist es aber nicht ganz. Es ist ein Nebenprodukt der Erdölraffinierung, also chemisch gesehen ein Kohlenwasserstoff-Gemisch aus der Petroindustrie. Lange war Paraffin der Standard für Kerzen, weil es billig herzustellen ist, sich gut färben und parfümieren lässt und einen relativ niedrigen Schmelzpunkt hat.

Das Problem zeigt sich, wenn die Kerze brennt. Beim Verbrennen werden flüchtige organische Verbindungen freigesetzt – darunter Stoffe wie Toluol und Benzol, die als gesundheitlich problematisch gelten. Eine vielzitierte Studie der South Carolina State University aus dem Jahr 2009 wies nach, dass Paraffinkerzen beim Abbrennen messbare Mengen dieser Substanzen an die Raumluft abgeben. Sojakerzen taten das in derselben Untersuchung nicht.

Das heißt nicht, dass eine einzelne Paraffinkerze gefährlich ist. Aber: Wenn du regelmäßig Kerzen anzündest, im Schlafzimmer, in der Küche, im Badezimmer – dann summiert sich das. Und in einer Welt, in der wir ohnehin schon mit unzähligen Schadstoffen in Innenräumen leben (Möbel, Reinigungsmittel, Druckerstaub), ist Paraffin ein vermeidbarer Faktor.

Was ist Sojawachs?

Sojawachs wird, wie der Name sagt, aus Sojabohnen gewonnen. Die Bohnen werden geerntet, das Öl wird extrahiert und durch ein Verfahren namens Hydrierung in eine feste, wachsartige Form gebracht. Das Endprodukt ist ein cremig-weißes Wachs, das bei deutlich niedrigerer Temperatur schmilzt als Paraffin.

Sojawachs ist:

  • Pflanzlich und biologisch abbaubar. Wenn ein Tropfen auf dein Holzregal fällt, kannst du ihn einfach abwischen – im Gegensatz zu Paraffin, wo du mit dem Föhn ran musst.
  • Frei von Erdöl-Nebenprodukten. Die Verbrennung läuft sauberer ab, es entsteht deutlich weniger Ruß.
  • Erneuerbar. Sojabohnen wachsen jedes Jahr nach. Erdöl tut das, in menschlichen Zeiträumen gerechnet, nicht.

Ein Punkt der Fairness halber: Auch Soja hat Schattenseiten. Konventioneller Sojaanbau – vor allem in Südamerika – ist ein massiver Treiber von Abholzung. Deshalb ist es wichtig, beim Kauf darauf zu achten, woher das Wachs stammt. Europäisches oder US-amerikanisches Sojawachs aus zertifiziertem Anbau ist da die deutlich bessere Wahl.

Der direkte Vergleich: Sojakerze vs. Paraffinkerze

Hier die wichtigsten Unterschiede in der Übersicht:

Brenndauer

Sojawachs brennt langsamer und kühler ab als Paraffin. Bei gleichem Volumen hält eine Sojakerze etwa 30 bis 50 Prozent länger. Klingt nach einem kleinen Detail, ist auf die Lebensdauer der Kerze gerechnet aber ein deutlicher Unterschied – und macht die zunächst etwas höheren Anschaffungskosten in den meisten Fällen mehr als wett.

Raumluft

Wie oben beschrieben: Paraffin setzt beim Verbrennen flüchtige organische Verbindungen frei. Sojawachs nicht – oder zumindest in einem so geringen Maß, dass es in Studien nicht messbar war. Wenn du Kinder, Haustiere oder einfach empfindliche Atemwege hast, ist das ein echtes Argument.

Rußbildung

Halt mal deine Hand über eine brennende Paraffinkerze (mit ein paar Zentimetern Abstand) – und mach das später bei einer Sojakerze. Du wirst den Unterschied riechen und an deinen Möbeln sehen. Paraffin hinterlässt mit der Zeit feine schwarze Rußspuren an Wänden und Decken, gerade in geschlossenen Räumen. Sojawachs ist hier deutlich sauberer.

Duftintensität

Hier ein interessantes Detail: Sojawachs nimmt ätherische Öle und Duftöle besser auf und gibt sie gleichmäßiger ab. Das heißt, eine gut gemachte Sojakerze duftet nicht aufdringlich beim Anzünden und dann nur noch schwach – sondern verteilt den Duft konstant im Raum, solange sie brennt. Das nennt man "cold throw" und "hot throw", und Soja schneidet bei beiden besser ab als Paraffin.

Umweltbilanz

Erdöl ist eine endliche Ressource. Soja ist nachwachsend. Selbst wenn man die Diskussion um Sojaanbau ernst nimmt (und das sollte man), ist die Klimabilanz von pflanzlichem Wachs aus zertifizierter Quelle deutlich besser als die von erdölbasiertem Paraffin.

Preis

Sojakerzen kosten im Schnitt mehr. Das liegt am Rohstoff, am aufwendigeren Herstellungsprozess und an der oft kleineren, handwerklichen Produktion. Aber: Durch die längere Brenndauer relativiert sich das. Und ehrlich gesagt – wenn du ohnehin nur zwei oder drei Kerzen im Jahr anzündest, dann lohnt es sich umso mehr, die guten zu nehmen.

Worauf du beim Kauf einer Sojakerze achten solltest

Sojakerze ist nicht gleich Sojakerze. Hier ein paar Punkte, an denen du gute von durchschnittlicher Qualität unterscheidest:

  • 100 Prozent Sojawachs. Viele günstige "Sojakerzen" sind in Wahrheit Mischwachse, oft mit Paraffin-Anteil. Schau in die Inhaltsangabe.
  • Baumwolldocht ohne Bleikern. Bleihaltige Dochte sind in der EU verboten, in importierten Kerzen tauchen sie aber noch auf. Ein Holzdocht oder reiner Baumwolldocht ist die sichere Wahl.
  • Natürliche Duftöle oder ätherische Öle, statt synthetischer Parfüms. Das spürst du am Geruch – synthetisch riecht oft schwer und süßlich, ätherisch wirkt feiner und klingt im Raum länger nach.
  • Saubere Glasoberfläche. Wenn das Wachs am Glasrand schon kurz nach dem Abkühlen Risse hat, war die Verarbeitung zu schnell. Ein Indiz für Massenware.

Unsere Sojakerze "Träume" zum Beispiel wird in einem kleinen Familienbetrieb in Deutschland handgegossen, aus 100 Prozent Sojawachs und mit natürlichen Duftölen. Genau die Punkte, die wir oben beschrieben haben.

Wie lange brennt eine Sojakerze?

Das hängt von der Größe ab, aber als grobe Richtschnur: eine 200-Gramm-Sojakerze brennt etwa 40 bis 50 Stunden. Wenn du sie pro Abend etwa zwei Stunden brennen lässt, hast du also gut drei Wochen etwas davon. Wichtig: Beim ersten Anzünden lass die Kerze mindestens so lange brennen, bis die gesamte Oberfläche flüssig geworden ist. Das verhindert, dass sie sich später nur in der Mitte einbrennt und außen ein dicker Wachsrand stehen bleibt.

Fazit: Sojakerzen sind die durchdachtere Wahl

Wenn du Kerzen ohnehin schätzt und regelmäßig anzündest, ist Sojawachs die Variante mit den klar besseren Argumenten – sauberere Verbrennung, längere Brenndauer, besserer Duftverlauf, nachwachsender Rohstoff. Der höhere Preis relativiert sich über die Brenndauer und die Tatsache, dass du nicht alle zwei Wochen eine neue brauchst.

Wir haben uns bei erassential bewusst für Sojakerzen entschieden, weil sie genau zu dem passen, woran wir glauben: Produkte, die im Alltag wirklich besser sind, nicht nur auf dem Papier.

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